Erweiterung und Sanierung UKSH Kiel
Zuschlag ÖPP-Verfahren mit BAM und VAMED 2014
Fertigstellung Neubauten 2019, Abschluss Umbauphase vorauss. 2024
Fotos: Christa Lachenmaier, euroluftbild.de/Robert Grahn
Visulaisierung 2. Bauabschnitt (Fassadensanierung und Umbau Übergabeeinheit 2-3): Bloomimages
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (kurz UKSH) erweitert und optimiert seine beiden Standorte Lübeck und Kiel. Bauliche Strukturen werden ergänzt sowie Bestandsgebäude saniert und z.T. umgebaut. So wird die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit gesteigert und Wettbewerbsfähigkeit der UKSH für die Zukunft gesichert. Im neuen Zentralklinikum Kiel werden die Nutzungen in einer städtebaulichen Großform zentralisiert und dennoch sensibel mit dem Bestand verzahnt. Der Campus erhält einen neuen Haupteingang. Über die sich anschließende Magistrale werden die Ambulanzen, weiter Fachbereiche und die Aufzüge zu den Bettenstationen erreicht. Diese sind kammartig organisiert.
Der neue Vorplatz ist der zentrale Orientierungspunkt des gesamten Klinikums. Von hier aus sind die Wege zu weiteren Fachbereichen und neu entstehende Kompetenzzentren kurz. So findet auch das Kopfzentrum für HNO-, Augen- und Zahnmedizin seine neue Adresse. Zur Förde hin bildet schließlich das Mutter-Kind-Zentrum den Schlussstein des Komplexes, der nach dem Rückbau der bestehenden Frauenklinik von Patientengarten, Förde und Botanischem Garten grün gerahmt sein wird.
Während die Sockelzone regional typisch verklinkert ist, sind die Fassaden der Bettenstationen darüber hell gestaltet. Die fast weißen Faserzementplatten haben zusammen mit den goldfarbenen Sonnenschutz-Elementen aus Steckmetall einen eher wohnlichen Hotelcharakter.
Die Grundlage der Corporate Architecture im Inneren bildet die klare, natürliche Farbwelt Schleswig-Holsteins – inspiriert von Wasser, Sand, Licht und Landschaft. Die ruhigen, authentischen Töne fördern Orientierung und Wohlbefinden und schaffen optimale Voraussetzungen für eine zeitgemäße Klinik- und Gesundheitsarchitektur im Norden. Zeitlose Grundtöne auf langlebigen Einbauten, etwa Bodenbelägen oder festen Möbelelementen, schaffen eine zurückhaltende und verlässliche gestalterische Grundlage. Akzentfarben grün, rot und blau werden gezielt auf flexibel austauschbaren Elementen wie Wandflächen, Möbeln oder Textilien eingesetzt. So bleibt das Gesamtbild dauerhaft harmonisch und kann bei Bedarf mit minimalem Aufwand an neue Stimmungen oder Nutzungen ergänzt und erweitert werden.
Die Magistralen werden über durchlaufende Oberlichtbänder und großen Fensterflächen mit Tageslicht versorgt. Einladend verglast sind auch die Foyers der Ambulanzen.
Die dominierende Farbe der Wandflächen ist Weiß. Zum Teil bestehen sie aus pixelartig perforierten Metallpanelen und erlauben einen gefilterten Lichteintrag in die dahinter befindlichen, eher nichtöffentlichen Bereiche oder dienen z.B. im Restaurant als Raumteiler.
Die Böden sind der Nutzung entsprechend belegt – helle, großformatige Fliesen in Natursteinoptik in den Magistralen und Fluren, hellgraues Vinyl in den OPs, elastische Designbeläge in Holzoptiken in den Patientenzimmern und Wartezonen.
Verfahren, Beauftragung
Nach 2,5 jährigem ÖPP-Verfahren erhielt das Bieterkonsortium aus der BAM PPP Deutschland GmbH und der VAMED Health Project GmbH den Zuschlag. Für die architektonische Planung der Neubauten und Sanierungsmaßnahmen ist die Arbeitsgemeinschaft aus HDR, tsj architekten, sander.hofrichter architekten und JSWD verantwortlich. Bezüglich beider Klinik-Standorte wurden vorab gestalterische Grundsätze einer angestrebten Corporate Architecture erarbeitet.
Architektur LPH 1-4 für Kiel + Lübeck: Planungsgemeinschaft Architekten UKSH (ash, tsj, HDR und JSWD)
Architektur LPH 5 für Kiel: ARGE Architekten LP5 UKSH (HDR und JSWD)