Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Erweiterung und Sanierung Campus Lübeck
ÖPP-Partner: BAM Deutschland AG und VAMED Health Project GmbH
Fertigstellung Ergänzungsneubauten 2019, Abschluss Umbauphase 2022

Fotos: Jörg Schwarze

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (kurz UKSH) erweitert und optimiert seine beiden Standorte Lübeck und Kiel. Bauliche Strukturen werden saniert und ergänzt, um mit einer effizienteren Struktur die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der UKSH zu verbessern.
Auch auf dem Campus des Zentralklinikums Lübeck werden städtebauliche Bestandsstrukturen vervollständigt und hier als Ringschluss neu organisiert. Die bisher in Proviso­rien untergebrachten Kliniken werden in den Zentral­komplex integriert.

Eine baumbestandene Achse leitet zum neuen Haupteingang. Der Vorplatz definiert als großzügiger Freiraum die neue Adresse des Klinikums. Von hier gelangen Besucher, Mitarbeiter und Patienten in die großzügige, lichtdurchflutete Eingangshalle. Große Öffnungen im Dach unterstreichen den mehrgeschossigen Raum als besonderen Anlaufpunkt und neue Adresse des UKSH-Campus.

Der Sockel des Neubaus beherbergt auf vier Etagen den Zentral-OP, die interdisziplinäre Notaufnahme und weiter klinische Funktionsbereiche. In zwei an der Kopfseite überkragenden Obergeschossen sind die Pflegebereiche untergebracht.

Während die Sockelzone regional typisch verklinkert ist, sind die Fassaden der Bettenstationen darüber hell gestaltet. Die fast weißen Faserzementplatten haben zusammen mit den goldfarbenen Sonnenschutz-Elementen aus Steckmetall einen eher wohnlichen Hotelcharakter.

Die Grundlage der Corporate Architecture im Inneren bildet die klare, natürliche Farbwelt Schleswig-Holsteins – inspiriert von Wasser, Sand, Licht und Landschaft. Die ruhigen, authentischen Töne fördern Orientierung und Wohlbefinden und schaffen optimale Voraussetzungen für eine zeitgemäße Klinik- und Gesundheitsarchitektur im Norden. Zeitlose Grundtöne auf langlebigen Einbauten, etwa Bodenbelägen oder festen Möbelelementen, schaffen eine zurückhaltende und verlässliche gestalterische Grundlage. Akzentfarben grün, rot und blau werden gezielt auf flexibel austauschbaren Elementen wie Wandflächen, Möbeln oder Textilien eingesetzt. So bleibt das Gesamtbild dauerhaft harmonisch und kann bei Bedarf mit minimalem Aufwand an neue Stimmungen oder Nutzungen ergänzt und erweitert werden. 

Die Magistralen werden über durchlaufende Oberlichtbänder und großen Fensterflächen mit Tageslicht versorgt. Einladend verglast sind auch die Foyers der Ambulanzen. 
Die dominierende Farbe der Wandflächen ist Weiß. Zum Teil bestehen sie aus pixelartig perforierten Metallpanelen und erlauben einen gefilterten Lichteintrag in die dahinter befindlichen, eher nichtöffentlichen Bereiche oder dienen z.B. im Restaurant als Raumteiler. 
Die Böden sind der Nutzung entsprechend belegt – helle, großformatige Fliesen in Natursteinoptik in den Magistralen und Fluren, hellgraues Vinyl in den OPs, elastische Designbeläge in Holzoptiken in den Patientenzimmern und Wartezonen. 

Verfahren, Beauftragung

Nach dem ÖPP-Bieterverfahren erhielt das Konsortium aus der BAM PPP Deutschland GmbH und der VAMED Health Project GmbH den Zuschlag. Für die architektonische Planung der Neubauten und Sanierungsmaßnahmen ist die Arbeitsgemeinschaft aus HDR, tsj architekten, sander.hofrichter architekten und JSWD verantwortlich. Bezüglich beider Klinik-Standorte wurden vorab gestalterische Grundsätze einer angestrebten Corporate Architecture erarbeitet.

Architektur LPH 1-4 für Kiel + Lübeck: Planungsgemeinschaft Architekten UKSH (ash, tsj, HDR und JSWD)
Architektur LPH 5 für Lübeck: tsj architekten

Siehe auch

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

MED Campus Graz

Gesundheitscampus NRW

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