Neuer Projekt-Campus der Schwarz Gruppe mit 5.000 Arbeitsplätze
1. Preis Wettbewerb 2018
Auftraggeber: Schwarz Immobilien Service GmbH & Co. KG
Generalplanung Gesamtprojekt: JSWD
Fassadenberatung und Statik: Werner Sobek
Inbetriebnahme 1. Bauabschnitt 2026
Visualisierungen: Bloomimages, Fotos: Franco Casassia, JSWD

2009 beschloss die Stadt ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes, 25 Hektar großes Areal am südlichen Rand von Kochendorf, einem Ortsteil von Bad Friedrichshall, in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Neue Arbeitsplätze sind willkommen. Das Gebiet grenzt an die viel befahrene B27, die sich durch das Neckartal schlängelt. Im Norden schließt sich ein Wohngebiet an, im Süden blickt man auf das raumgreifende Audi-Werksgelände am Rande der Nachbarstadt Neckarsulm. Für die Schwarz Gruppe plant und realisiert JSWD bei Bad Friedrichshall ein Büroquartier mit 5.000 Arbeitsplätzen. Wie große Blütenblätter liegen die polygonalen Gebäude mit ihren abgerundeten Ecken in der topografisch bewegten Landschaft. 

Die sieben Baukörper, die sich in Richtung Kochendorf von sechs auf drei Geschosse abstufen, sind über ein umlaufendes, maximal transparentes Sockelbauwerk miteinander verbunden, das zugleich den zentralen Grünbereich des Campus abschirmt. Dieser ist den Mitarbeitern vorbehalten, die sich hier begegnen, austauschen und erholen können. In den Büroetagen wird sich dies im Kleinen auf den "Marktplätzen" abspielen, wie die internen Kommunikationsbereiche genannt werden. 

Terrassenartig gestaffelt bilden die zum Tal offenen Parkhausebenen ein Plateau für die Hochbauten. Die Positionierung der Gebäude erzeugt nach außen regelrechte Empfangsbuchten - jede mit einer spezifischen Nutzung. Haupteingang, Servicezufahrt oder Mitarbeitereingänge erhalten eindeutige und attraktive Vorfahrten. Über den Haupteingang erreicht man den Konferenzbereich und das Mitarbeiterrestaurant. Die betriebseigene Kita ermöglicht die Betreuung von ca. 280 Kindern.

Das Bild der Architektur mit maximalem Bezug zur Landschaft wird über den Städtebau und die Gebäudeorganisation angestrebt, aber auch über die identitätsstiftende Glasfassade. Die vertikal geschuppte, metallgefasste Gebäudehülle fährt der Außenkontur der Baukörper nach. In Zusammenarbeit mit den Fachplanern von Werner Sobek reduzierte JSWD die Fassade auf ein einziges Element, das aus einer bodentiefen Festverglasung und einem schmalen Öffnungsflügel im Versatzbereich besteht. Die natürliche Belüftung der Innenräume erfolgt genau hier.

Als Generalplaner ist JSWD auch mit der Gestaltung der Innenräume beauftragt. Die offenen Bürozonen bieten bedarfsgerecht ruhigere Rückzugsorten und kollaborative Zonen ab. So erzeugen wir eine abwechslungsreiche und zukunftsorientierte Arbeitsumgebung. Warme, natürliche Farben im Duktus der Architektursprache lassen eine dezente und angenehme Atmosphäre entstehen. In der Nähe der Arbeitswelten liegt der sog. „Marktplatz“ als zentraler Treffpunkt. Farbenfroh gestaltet, mit vielfältigen Materialien und Oberflächen entsteht hier eine aufgelockerte und lebendige Atmosphäre. Das lichte Restaurant liegt mit einer großzügigen Terrasse am Eingang des Ensembles und spiegelt die Verbindung zur Natur wider. Kletternde- und bodendeckende Pflanzen beleben den Innenraum und sorgen für ein gesundes Raumklima. Sorgfältig ausgewählte Materialien von wild gemasertem Naturstein bis matt lackiertem Schwarzstahl zonieren die kulinarischen Angebote. 

Für die Kita haben wir fantasievolle Abenteuerlandschaften in fröhlichen Farben gestaltet, die die Kinder zum spielerischen Entdecken einladen. 

Das Fitnessstudio erhält mit einer in tiefem Schwarz gestrichenen Rohdecke und exponiert darunterliegenden technischen Elementen einen urbanen Charakter. Farbige Raumteiler lenken Blicke und den Bewegungsfluss.

Mit natürlichen Materialien wie Eichenholz und lokalem Dolomit-Stein, ergänzt durch einen erdtönigen Farbkanon, fügt sich das Interior auf dem gesamten Campus harmonisch in das architektonische Gesamtkonzept ein und unterstreicht die Verbindung zur umgebenen Landschaft.

Die Stellplätze für Mitarbeiter und Besucher werden überwiegende Teil mit Ladesäulen für E-Fahrzeuge ausgestattet. Des Weiteren entstehen 500 Fahrradabstellplätze. Zur direkten Anbindung des Campus an den ÖPNV wurde von der Stadt eine zusätzliche Stadtbahnhaltestelle errichtet.

Im Laufe des Jahres 2026 wird der erste Bauabschnitt mit ca. 3.000 Büroarbeitsplätze, großem Mediensaal, Mitarbeiterrestaurant, Fitnessbereich und Kita in Betrieb gehen. Zwei weiter Bürogebäude bilden dann den zweiten Bauabschnitt.

Siehe auch

Thyssenkrupp Quartier

The Icon Vienna

Neues Kesselhaus

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